Wassersäule bei Segelbekleidung: Was bedeuten 10.000, 15.000 oder 30.000 mm wirklich?
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10.000, 15.000 oder sogar 30.000 Millimeter: Wer eine wasserdichte Segeljacke oder neues Ölzeug kaufen möchte, stößt fast zwangsläufig auf die Angabe der sogenannten Wassersäule. Hersteller nutzen diesen Wert, um die Wasserdichtigkeit ihrer Materialien zu beschreiben. Doch was bedeutet eine Wassersäule von 10.000 mm in der Praxis? Braucht ein Ostsee-Segler 30.000 mm? Und ist eine Jacke mit höherer Wassersäule automatisch die bessere Segeljacke?
Die kurze Antwort lautet: Nein.
Die Wassersäule ist ein wichtiges technisches Merkmal von Segelbekleidung, aber sie ist nur ein Teil eines deutlich größeren Systems. Nähte, Reißverschlüsse, Manschetten, Kapuze, Schnitt, Atmungsaktivität und die Dauer der Belastung spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle.
Hinzu kommt, dass Segelbekleidung anders beansprucht wird als eine gewöhnliche Regenjacke. Auf einer Yacht trifft Wasser nicht nur als Regen von oben auf die Kleidung. Spritzwasser kann seitlich und mit Druck auf das Material treffen, während Knie und Gesäß auf nassen Oberflächen belastet werden. Gleichzeitig muss die Kleidung bei körperlicher Aktivität möglichst viel Feuchtigkeit von innen nach außen transportieren.
In diesem Sailwear24-Ratgeber erklären wir deshalb nicht nur die technischen Werte. Wir zeigen dir, was 10.000, 15.000 und 30.000 mm Wassersäule beim Segeln praktisch bedeuten und welcher Wetterschutz zu deinem Revier und deinem tatsächlichen Einsatz passt.
Inhaltsverzeichnis
- Was bedeutet Wassersäule?
- Wie wird die Wassersäule gemessen?
- Ab wann gilt Kleidung als wasserdicht?
- Warum Segelbekleidung besonders belastet wird
- Was bedeuten 10.000 mm Wassersäule?
- Was bedeuten 15.000 mm Wassersäule?
- Was bedeuten 30.000 mm Wassersäule?
- 10.000 vs. 15.000 vs. 30.000 mm im Vergleich
- Ist eine höhere Wassersäule automatisch besser?
- Wasserdicht und trotzdem atmungsaktiv?
- Warum Nähte und Reißverschlüsse entscheidend sind
- Warum die Segelhose besonders belastet wird
- Welche Wassersäule für die Ostsee?
- Welche Wassersäule für die Nordsee?
- Welche Wassersäule für das Mittelmeer?
- Halifax, Bergen II und Stavanger II eingeordnet
- Worauf du beim Kauf zusätzlich achten solltest
- Häufige Fehler bei der Auswahl
- Häufig gestellte Fragen zur Wassersäule
- Fazit
Was bedeutet Wassersäule bei Segelbekleidung?
Die Wassersäule ist eine technische Angabe für den Widerstand eines Materials gegen Wasserdruck. Der Wert wird in Millimetern angegeben.
Vereinfacht gesagt beschreibt die Zahl, welchem Wasserdruck ein Material unter festgelegten Testbedingungen standhalten kann, bevor Wasser durch das Material dringt.
Eine Wassersäule von 10.000 mm besitzt demnach einen geringeren Widerstand gegen Wasserdruck als ein Material mit 30.000 mm.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Jacke mit 30.000 mm unter allen Umständen dreimal so gut vor Regen schützt wie eine Jacke mit 10.000 mm. Eine solche Rechnung wäre technisch falsch.
Die Wassersäule ist ein Laborwert. Auf einer Yacht wirken dagegen viele unterschiedliche Faktoren gleichzeitig auf deine Kleidung.
Wie wird die Wassersäule gemessen?
Das Grundprinzip des Tests ist vergleichsweise einfach: Ein Material wird einem zunehmenden Wasserdruck ausgesetzt. Gemessen wird, bei welchem Druck Wasser beginnt, durch das Material zu dringen.
Der daraus ermittelte Wert wird als Millimeter Wassersäule angegeben.
Je höher der Wert, desto größer ist grundsätzlich der Widerstand des getesteten Materials gegen Wasserdruck.
Für den Verbraucher entsteht dadurch eine vergleichbare technische Kennzahl. Allerdings sollte man daraus keine absolute Aussage über den Komfort oder die Gesamtleistung eines Kleidungsstücks ableiten.
Materialwert und fertige Jacke sind nicht dasselbe
Eine Segeljacke besteht schließlich nicht nur aus einer Fläche Stoff.
Sie besitzt unter anderem:
- Nähte,
- Reißverschlüsse,
- Taschen,
- Manschetten,
- Kragen,
- Kapuze,
- Belüftungs- und Verstellelemente.
Jede dieser Stellen beeinflusst den Wetterschutz des fertigen Produkts.
Deshalb sollte die Wassersäule immer als ein wichtiges Kriterium unter mehreren betrachtet werden.
Ab wann gilt Segelbekleidung als wasserdicht?
Hier wird es schnell missverständlich. Im Internet findet man unterschiedliche Grenzwerte dafür, wann ein Material als wasserdicht bezeichnet werden darf. Diese Werte hängen unter anderem von Testverfahren, Normen und dem vorgesehenen Einsatz ab.
Für einen Segler ist deshalb eine andere Frage wesentlich hilfreicher:
Wie lange und unter welchen Bedingungen muss meine Kleidung mich trocken halten?
Ein kurzer Regenschauer während eines sommerlichen Mittelmeertörns stellt völlig andere Anforderungen als sechs Stunden am Steuer einer Yacht bei kaltem Wind, Regen und Spritzwasser.
Genau deshalb existieren bei technischer Segelbekleidung unterschiedliche Leistungsstufen.
Warum Segelbekleidung besonders stark beansprucht wird
Eine gewöhnliche Regenjacke soll überwiegend Regen von außen abhalten. Segelbekleidung muss deutlich mehr leisten.
Spritzwasser
Bei kräftigem Wind trifft Wasser teilweise mit erheblicher Geschwindigkeit auf die Kleidung. Besonders am Vorschiff oder auf der Luvseite kann die Belastung wesentlich höher sein als bei normalem Regen.
Nasse Sitzflächen
Im Cockpit sitzt du möglicherweise stundenlang auf einer feuchten oder vollständig nassen Fläche. Dadurch entsteht zusätzlicher Druck auf das Material der Segelhose.
Knien auf dem Deck
Beim Arbeiten mit Leinen oder Segeln werden die Knie belastet. Wasser kann dabei unter Druck gegen das Material gepresst werden.
Wind
Die äußere Schicht muss gleichzeitig Wind abhalten. Gerade bei niedrigen Temperaturen kann der Windchill den Wärmeverlust des Körpers erheblich verstärken.
Feuchtigkeit von innen
Beim Reffen, Anlegen oder Arbeiten am Vorschiff produziert der Körper Wärme und Schweiß. Die Kleidung muss deshalb nicht nur Wasser draußen halten, sondern gleichzeitig Feuchtigkeit von innen möglichst gut abführen.
Genau dieses Zusammenspiel macht hochwertige Segelbekleidung technisch anspruchsvoll.
Was bedeuten 10.000 mm Wassersäule beim Segeln?
Eine Wassersäule von 10.000 mm bietet bereits einen ernstzunehmenden Wetterschutz und kann für viele Freizeitsegler vollkommen ausreichend sein.
Interessant ist diese Klasse vor allem für:
- sommerliches Segeln,
- geschützte Küstenreviere,
- Binnengewässer,
- Tages- und Wochenendtörns,
- Mittelmeer-Charter,
- Segler, die überwiegend bei moderaten Wetterbedingungen unterwegs sind.
Der entscheidende Vorteil kann darin liegen, dass Bekleidung für moderate Anforderungen leichter und angenehmer ausfallen kann als stark auf schweren Wetterschutz ausgerichtetes Ölzeug.
Wer hauptsächlich bei warmem Wetter segelt und die Jacke nur bei gelegentlichen Regenschauern oder Spritzwasser benötigt, braucht nicht automatisch maximale technische Reserven.
Was bedeuten 15.000 mm Wassersäule?
15.000 mm Wassersäule stellen bereits eine interessante Größenordnung für vielseitige Segelbekleidung dar.
Diese Klasse passt besonders gut zu Seglern, die nicht ausschließlich bei Schönwetter unterwegs sind und ihre Ausrüstung in unterschiedlichen Situationen einsetzen möchten.
Typische Einsatzbereiche können sein:
- mehrtägige Ostseetörns,
- Küstensegeln,
- wechselhafte Wetterbedingungen,
- Frühjahrs- und Herbsttörns,
- Charter in unterschiedlichen europäischen Revieren.
Für viele Fahrtensegler kann dieser Bereich einen guten Kompromiss aus Wetterschutz und Alltagstauglichkeit darstellen.
Was bedeuten 30.000 mm Wassersäule?
Eine Wassersäule von 30.000 mm steht für einen sehr hohen Widerstand des Materials gegen Wasserdruck.
Solche Werte werden besonders interessant, wenn Segelbekleidung über längere Zeit starken Belastungen ausgesetzt wird.
Dazu gehören beispielsweise:
- lange Schläge bei schlechtem Wetter,
- regelmäßiges Segeln auf Nord- und Ostsee,
- kalte Jahreszeiten,
- viel Spritzwasser,
- anspruchsvolle Küsten- und Hochseetörns,
- Segler, die auch bei ungünstigen Bedingungen unterwegs sind.
Für einen klassischen Sommertörn in Kroatien ist eine solche Reserve dagegen nicht automatisch notwendig.
Das ist ein wichtiger Punkt: Technisch mehr bedeutet nicht automatisch praktisch sinnvoller.
10.000, 15.000 und 30.000 mm Wassersäule im Vergleich
| Wassersäule | Typischer Einsatz | Unsere Einordnung |
|---|---|---|
| 10.000 mm | Sommer, Binnen, moderate Küstentörns, Mittelmeer | guter Wetterschutz für weniger anspruchsvolle Einsätze |
| 15.000 mm | Küstensegeln, Ostsee, wechselhaftes Wetter | vielseitige Lösung für viele Fahrtensegler |
| 30.000 mm | lange und anspruchsvolle Törns, kalte und nasse Bedingungen | hohe Reserve für anspruchsvolle Einsätze |
Diese Einteilung dient der Orientierung und sollte niemals isoliert betrachtet werden. Die Konstruktion des Kleidungsstücks und dein tatsächlicher Einsatz bleiben entscheidend.
Ist eine höhere Wassersäule automatisch besser?
Genau hier entsteht einer der häufigsten Fehler beim Kauf technischer Bekleidung.
30.000 ist größer als 15.000 und 15.000 ist größer als 10.000. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass jeder Segler zwangsläufig das Produkt mit 30.000 mm kaufen sollte.
Stell dir zwei Segler vor.
Segler A chartert jedes Jahr für zwei Wochen eine Yacht in Kroatien. Er segelt überwiegend zwischen Mai und September und verbringt die meiste Zeit bei warmen Temperaturen.
Segler B segelt von März bis November auf Nord- und Ostsee und fährt regelmäßig längere Schläge bei wechselhaftem Wetter.
Beide benötigen funktionelle Segelbekleidung – aber ihre Anforderungen unterscheiden sich erheblich.
Für Segler A können geringeres Gewicht und angenehmer Tragekomfort wichtiger sein als maximale Wetterschutzreserven. Segler B profitiert dagegen wesentlich häufiger von einem sehr hohen Schutz gegen dauerhafte Nässe.
Die beste Segeljacke ist deshalb nicht die Jacke mit der höchsten Zahl auf dem Datenblatt, sondern diejenige, deren Eigenschaften zu deinem Segelalltag passen.
Wasserdicht und trotzdem atmungsaktiv – warum beides wichtig ist
Eine vollständig wasserdichte Außenhülle wäre vergleichsweise einfach herzustellen. Das Problem entsteht, sobald sich ein Mensch darin bewegt.
Beim Segelsetzen, Reffen, Anlegen oder Arbeiten mit Leinen produziert dein Körper Wärme. Schweiß entsteht und muss möglichst nach außen transportiert werden.
Kann diese Feuchtigkeit nicht entweichen, wirst du irgendwann von innen nass – obwohl von außen kein einziger Tropfen durch die Jacke gelangt ist.
Deshalb ist Atmungsaktivität wichtig
Gute Funktionsbekleidung versucht zwei gegensätzliche Anforderungen miteinander zu verbinden:
- Wasser von außen soll nicht eindringen.
- Wasserdampf von innen soll möglichst nach außen gelangen.
Das funktioniert über Membranen oder andere technische Materialkonstruktionen.
Auch hier gilt jedoch: Atmungsaktivität ist kein Zaubermechanismus. Bei hoher körperlicher Belastung kann der Körper mehr Feuchtigkeit produzieren, als das Material transportieren kann.
Deshalb spielen auch Baselayer und Midlayer eine wichtige Rolle.
Warum Nähte und Reißverschlüsse genauso wichtig sind wie die Wassersäule
Ein Material mit hervorragender Wassersäule bringt wenig, wenn Wasser an anderen Stellen in die Jacke eindringen kann.
Versiegelte Nähte
Beim Nähen entstehen kleine Einstichstellen im Material. Deshalb müssen die relevanten Nähte wasserdichter Bekleidung entsprechend abgedichtet beziehungsweise versiegelt werden.
Reißverschlüsse
Frontreißverschlüsse sind besonders exponiert. Gute Konstruktionen arbeiten deshalb mit wasserabweisenden Reißverschlüssen, Abdeckleisten oder einer Kombination verschiedener Schutzmechanismen.
Manschetten
Bei Arbeiten am Vorschiff kann Wasser über die Ärmel eindringen. Gut einstellbare Manschetten reduzieren dieses Problem.
Kragen und Kapuze
Bei starkem Regen und Spritzwasser wird der Halsbereich schnell zur Schwachstelle. Ein hoher Kragen und eine gut einstellbare Kapuze sind deshalb bei anspruchsvoller Segelbekleidung besonders wichtig.
Eine Kaufentscheidung ausschließlich anhand der Wassersäule greift deshalb deutlich zu kurz.
Warum die Wassersäule bei der Segelhose besonders interessant ist
Viele Segler konzentrieren sich beim Thema Wasserdichtigkeit zunächst auf die Jacke. Dabei wird die Segelhose teilweise sogar stärker belastet.
Der Grund ist der sogenannte hydrostatische Druck.
Wenn du auf einer nassen Cockpitbank sitzt, wird Wasser durch dein Körpergewicht gegen das Material gedrückt. Ähnliches passiert beim Knien auf einem nassen Deck.
Genau deshalb sind Gesäß und Knie kritische Bereiche einer Segelhose.
Eine gute Konstruktion, robuste Materialien und gegebenenfalls Verstärkungen sind hier mindestens genauso wichtig wie die reine Wassersäule.
Mehr dazu erklären wir in unserem großen Segelhosen-Ratgeber.
Welche Wassersäule empfehlen wir für die Ostsee?
Auf der Ostsee gibt es keine einzelne richtige Zahl. Jahreszeit und Nutzungsprofil sind entscheidend.
Sommer und kurze Tagesausflüge
Bei moderaten sommerlichen Bedingungen können 10.000 mm für viele Segler bereits ausreichend sein.
Mehrtägige Urlaubstörns
Wer mehrere Tage oder Wochen unterwegs ist und nicht jeden Regentag im Hafen verbringen möchte, profitiert von zusätzlichen Reserven. 15.000 mm können hier eine sehr interessante Größenordnung darstellen.
Frühjahr, Herbst und anspruchsvolle Törns
Wer regelmäßig bei kaltem Wind, Regen und Spritzwasser unterwegs ist, kann von einem deutlich höheren Wetterschutz profitieren. In diesem Einsatzbereich werden 30.000 mm interessanter.
Aus langjähriger Erfahrung im Yachtcharter wissen wir, dass gerade auf der Ostsee nicht ein einzelner Regenschauer das größte Problem darstellt. Unangenehm wird die Kombination aus niedriger Temperatur, Wind, Spritzwasser und langer Expositionsdauer.
Welche Wassersäule für die Nordsee?
Auf der Nordsee können Wind, Seegang und Spritzwasser die Kleidung deutlich stärker beanspruchen. Für regelmäßiges Küstensegeln würden wir deshalb tendenziell mehr Wetterschutzreserve einplanen als bei reinen Sommertörns auf geschützten Gewässern.
15.000 mm können für viele Küstentörns eine sinnvolle Größenordnung sein. Bei längeren Etappen, kalten Jahreszeiten und anspruchsvolleren Bedingungen können 30.000 mm zusätzliche Reserven bieten.
Auch hier gilt: Eine gute Konstruktion ist mindestens genauso wichtig wie der reine Zahlenwert.
Welche Wassersäule für das Mittelmeer?
Im Mittelmeer sind die Anforderungen während der Hauptsaison häufig anders. Hohe Temperaturen und viel Sonnenschein machen leichtes, gut verstaubares Ölzeug attraktiv.
Für viele typische Chartertörns können 10.000 mm deshalb vollkommen sinnvoll sein.
Wer außerhalb der Hauptsaison segelt, längere Passagen plant oder bewusst auch bei schlechterem Wetter unterwegs ist, kann natürlich mehr Reserve wählen.
Der Fehler wäre, allein aufgrund des warmen Klimas vollständig auf funktionellen Wetterschutz zu verzichten. Gewitter, Starkregen und kräftige lokale Windsysteme können auch im Mittelmeer auftreten.
Crazy4Sailing Halifax, Bergen II und Stavanger II: Wie ordnen wir die Wassersäulen ein?
Bei den von Sailwear24 angebotenen Crazy4Sailing-Produktlinien lässt sich sehr schön erkennen, wie unterschiedliche technische Leistungsstufen für unterschiedliche Einsätze genutzt werden.
| Crazy4Sailing-Serie | Wassersäule | Unsere Einsatzorientierung |
|---|---|---|
| Halifax | 10.000 mm | leichtere und moderate Einsätze |
| Bergen II | 15.000 mm | vielseitiges Küsten- und Fahrtensegeln |
| Stavanger II | 30.000 mm | anspruchsvollere und länger anhaltende Belastung |
Die Werte zeigen sehr gut, warum es nicht die eine Segeljacke für jeden Segler gibt.
Halifax kann für einen sommerlichen Mittelmeertörn die sinnvollere Wahl sein, während Bergen II für einen vielseitigen Ostsee- und Chartersegler interessant wird. Stavanger II bietet dagegen zusätzliche Reserven für Segler, die regelmäßig bei anspruchsvollen Bedingungen unterwegs sind.
Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Ratgeber Crazy4Sailing Stavanger, Bergen oder Halifax – welche Serie passt zu dir?
Worauf solltest du beim Kauf außer der Wassersäule achten?
Wenn du eine Segeljacke oder Segelhose auswählst, empfehlen wir, mindestens folgende Kriterien gemeinsam zu betrachten:
- Wassersäule,
- Atmungsaktivität,
- Qualität und Abdichtung der Nähte,
- Konstruktion der Reißverschlüsse,
- Kapuze und Kragen,
- Manschetten,
- Passform und Bewegungsfreiheit,
- Verstärkungen an belasteten Bereichen,
- Gewicht und Packmaß,
- dein tatsächliches Segelrevier,
- Jahreszeit und Törndauer.
Gerade der letzte Punkt wird häufig vergessen.
Eine Jacke kann technisch hervorragend sein und trotzdem nicht optimal zu deinem Segelalltag passen.
Die häufigsten Fehler bei der Auswahl wasserdichter Segelbekleidung
Fehler 1: Nur auf die höchste Wassersäule achten
Die höchste Zahl ist nicht automatisch die beste Kaufentscheidung. Entscheidend ist dein Einsatzprofil.
Fehler 2: Atmungsaktivität ignorieren
Wer sich viel bewegt, produziert Feuchtigkeit. Eine Jacke muss deshalb nicht nur Wasser draußen halten.
Fehler 3: Die Segelhose unterschätzen
Gesäß und Knie sind durch Druck auf nassen Flächen besonders belastet.
Fehler 4: Das Revier ohne Jahreszeit betrachten
„Ich segele auf der Ostsee“ reicht als Information nicht aus. Ein Julitörn unterscheidet sich erheblich von einem Törn Ende Oktober.
Fehler 5: Zu viel Technik kaufen
Auch Überdimensionierung ist möglich. Wer ausschließlich im Hochsommer bei moderaten Bedingungen segelt, benötigt nicht automatisch die schwerste Ausrüstung.
Fehler 6: Die Kleidung darunter vergessen
Ein Baumwollshirt unter hochwertigem Ölzeug kann den Komfort deutlich reduzieren. Funktionelle Baselayer und Midlayer gehören zum Gesamtsystem.
FAQ: Häufige Fragen zur Wassersäule bei Segelbekleidung
Was bedeutet 10.000 mm Wassersäule?
Der Wert beschreibt den Widerstand eines Materials gegen Wasserdruck unter definierten Testbedingungen. 10.000 mm bieten bereits einen hohen Wetterschutz und können für viele sommerliche und moderate Segelbedingungen sinnvoll sein.
Sind 10.000 mm zum Segeln ausreichend?
Für viele Tagesausflüge, sommerliche Küstentörns und Mittelmeer-Charter können 10.000 mm ausreichend sein. Für lange Einsätze bei dauerhaftem Regen und starkem Spritzwasser können höhere Reserven sinnvoll werden.
Sind 15.000 mm wasserdicht genug für die Ostsee?
Für viele klassische Ostsee- und Küstentörns können 15.000 mm einen sehr guten Kompromiss darstellen. Bei besonders anspruchsvollen Bedingungen oder regelmäßigen Törns außerhalb der Hauptsaison kann ein höherer Wert interessant sein.
Wann brauche ich 30.000 mm Wassersäule?
30.000 mm werden besonders bei längeren und anspruchsvolleren Einsätzen interessant: kaltes Wetter, viel Spritzwasser, längere Regenphasen und anspruchsvolles Küsten- oder Hochseesegeln.
Ist 30.000 mm immer besser als 15.000 mm?
Der Widerstand gegen Wasserdruck ist höher. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass das Kleidungsstück für jeden Segler die bessere Wahl ist. Einsatzbereich, Gewicht, Komfort, Atmungsaktivität und Konstruktion müssen ebenfalls berücksichtigt werden.
Warum werde ich trotz wasserdichter Jacke innen feucht?
Die Feuchtigkeit kann durch Schweiß entstehen. Bei hoher körperlicher Aktivität kann mehr Wasserdampf produziert werden, als die Bekleidung nach außen transportieren kann. Baselayer, Midlayer und Atmungsaktivität spielen deshalb eine wichtige Rolle.
Ist die Wassersäule bei einer Segelhose wichtiger als bei einer Jacke?
Sie ist bei beiden wichtig. Eine Segelhose wird allerdings zusätzlich durch Sitzen und Knien auf nassen Flächen belastet. Dadurch kann lokal ein hoher Wasserdruck entstehen.
Welche Wassersäule brauche ich für Kroatien?
Für typische sommerliche Chartertörns können 10.000 mm bereits gut geeignet sein. Außerhalb der Hauptsaison oder für anspruchsvollere Einsätze können höhere Reserven sinnvoll sein.
Welche Wassersäule brauche ich für die Nordsee?
Für regelmäßiges Nordseesegeln würden wir tendenziell mehr Wetterschutzreserve einplanen. Je nach Jahreszeit und Törnprofil können 15.000 bis 30.000 mm interessant sein.
Kann eine Jacke mit hoher Wassersäule trotzdem undicht werden?
Ja. Beschädigte Nähte, verschlissene Beschichtungen, undichte Verschlüsse oder falsche Pflege können die Schutzwirkung beeinträchtigen. Deshalb entscheidet nicht allein der ursprüngliche Materialwert über die langfristige Funktion.
Fazit: Wie viel Wassersäule braucht eine gute Segeljacke wirklich?
Es gibt keine einzelne Zahl, die für jeden Segler richtig ist.
10.000 mm können für sommerliche, moderate und geschützte Bedingungen eine sehr sinnvolle Lösung sein. 15.000 mm bieten zusätzliche Reserven und sind für viele Fahrten- und Ostseesegler interessant. 30.000 mm werden vor allem dann relevant, wenn die Kleidung regelmäßig lange, kalte und nasse Einsätze bewältigen muss.
Entscheidend ist jedoch nicht allein die Wassersäule.
Nähte, Reißverschlüsse, Kragen, Kapuze, Manschetten, Atmungsaktivität, Passform und die richtige Kleidung darunter bestimmen gemeinsam, wie gut dein Wetterschutz auf See tatsächlich funktioniert.
Unser Rat aus der Segel- und Charterpraxis lautet deshalb: Kaufe Segelbekleidung nach deinem tatsächlichen Einsatz und nicht nach der höchsten Zahl im Datenblatt.
Wenn du überwiegend im warmen Mittelmeer unterwegs bist, brauchst du andere Eigenschaften als ein Segler, der im Frühjahr und Herbst regelmäßig auf der Ostsee segelt. Genau diese Unterschiede sollten bei einer guten Kaufberatung berücksichtigt werden.
Wenn du noch nicht sicher bist, welche Bekleidungsklasse zu dir passt, lies auch unseren Vergleich von Crazy4Sailing Halifax, Bergen II und Stavanger II sowie unseren großen Ratgeber zur Segelbekleidung.
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