Segelschuhe, Bootsschuhe oder Segelstiefel – was brauchst du wirklich an Bord?

Segelschuhe, Bootsschuhe oder Segelstiefel – was brauchst du wirklich an Bord?

Welche Schuhe trägt man eigentlich auf einem Segelboot? Die Frage klingt zunächst banal. Spätestens wenn das Deck nass wird, die Yacht krängt oder du bei kräftigem Wind mit einer Leine zum Vorschiff musst, zeigt sich jedoch, warum geeignetes Schuhwerk zur grundlegenden Segelausrüstung gehört.

Normale Sneaker können bei einem kurzen Sommertörn funktionieren. Barfuß zu segeln fühlt sich im Mittelmeer angenehm an. Klassische Bootsschuhe sehen maritim aus. Und bei einem kalten Ostseetörn sind wasserdichte Segelstiefel plötzlich Gold wert. Doch welches Schuhwerk ist für welchen Einsatz wirklich sinnvoll?

Die wichtigste Eigenschaft guter Segelschuhe ist dabei nicht das maritime Design. Entscheidend sind Grip auf nassem Deck, sicherer Halt am Fuß, Bewegungsfreiheit, schnelles Trocknen und ein zum Wetter passender Schutz.

In diesem Sailwear24-Ratgeber erklären wir die Unterschiede zwischen Segelschuhen, Bootsschuhen und Segelstiefeln, zeigen typische Einsatzbereiche und beantworten eine besonders wichtige Frage: Brauchst du überhaupt spezielle Schuhe zum Segeln?


Inhaltsverzeichnis

  1. Warum sind gute Schuhe beim Segeln wichtig?
  2. Was muss ein guter Segelschuh können?
  3. Was sind moderne Segelschuhe?
  4. Was sind klassische Bootsschuhe?
  5. Wann brauchst du Segelstiefel?
  6. Segelschuhe, Bootsschuhe und Segelstiefel im Vergleich
  7. Warum die Sohle entscheidend ist
  8. Grip auf nassem Deck – worauf kommt es an?
  9. Barfuß segeln – gute oder schlechte Idee?
  10. Kann ich normale Sneaker zum Segeln tragen?
  11. Welche Segelschuhe für die Ostsee?
  12. Welche Schuhe für Mittelmeer und Kroatien?
  13. Welche Schuhe bei Regen und schlechtem Wetter?
  14. Sommer, Frühjahr und Herbst im Vergleich
  15. Die richtige Passform
  16. Welche Socken gehören in Segelschuhe und Stiefel?
  17. Segelschuhe richtig pflegen
  18. Die häufigsten Fehler beim Kauf
  19. Welche Schuhe passen zu deinem Segelprofil?
  20. Häufige Fragen zu Segelschuhen
  21. Fazit

Warum sind gute Schuhe beim Segeln wichtig?

Eine Yacht ist kein normaler Untergrund. Das Deck bewegt sich permanent, kann nass sein und ist mit Beschlägen, Leinen, Luken und anderen Hindernissen versehen.

Bereits bei moderatem Seegang verändert sich die Belastung auf deine Füße. Du stehst nicht einfach auf einer ebenen Fläche, sondern musst Bewegungen des Bootes ständig ausgleichen.

Bei kräftigerem Wind kommt die Krängung hinzu. Plötzlich läufst du über eine geneigte und möglicherweise nasse Oberfläche.

Geeignetes Schuhwerk erfüllt deshalb gleich mehrere Aufgaben:

  • sicherer Grip auf trockenem und nassem Deck,
  • Schutz der Füße vor Beschlägen und Kanten,
  • Stabilität bei Bewegungen des Bootes,
  • ausreichende Bewegungsfreiheit,
  • je nach Wetter Schutz vor Nässe und Kälte.

Gute Segelschuhe sind deshalb keine reine Modefrage. Sie sind ein funktioneller Bestandteil der persönlichen Ausrüstung.


Was muss ein guter Segelschuh können?

Bei der Auswahl solltest du nicht zuerst auf Farbe oder Design achten. Einige technische und praktische Eigenschaften sind deutlich wichtiger.

Rutschfeste Sohle

Die wichtigste Eigenschaft ist zuverlässiger Halt auf dem Deck. Besonders auf nassem GFK können ungeeignete Sohlen überraschend wenig Grip bieten.

Guter Halt am Fuß

Ein Segelschuh sollte nicht bei jeder schnellen Bewegung vom Fuß rutschen. Gerade beim Gang zum Vorschiff oder während eines Hafenmanövers ist ein sicherer Sitz wichtig.

Bewegungsfreiheit

Segler verändern ihre Position ständig. Du gehst in die Hocke, steigst über Leinen, bewegst dich seitlich über das Deck und arbeitest teilweise auf engem Raum.

Der Schuh sollte diese Bewegungen ermöglichen, ohne den Fuß unnötig einzuschränken.

Umgang mit Wasser

Je nach Modell sollte ein Segelschuh Wasser entweder möglichst fernhalten oder nach einer Durchnässung schnell wieder abgeben und trocknen.

Ein leichter Sommerschuh verfolgt hier ein anderes Konzept als ein wasserdichter Segelstiefel.

Deckfreundliche Sohle

Die Sohle sollte möglichst keine störenden Abriebspuren auf dem Deck hinterlassen. Gerade auf hellen Yachtdecks ist dieser Punkt relevant.


Was sind moderne Segelschuhe?

Moderne Segelschuhe erinnern optisch teilweise an leichte Sport- oder Sneakermodelle, sind jedoch speziell für die Bedingungen an Bord konstruiert.

Sie verbinden guten Grip mit geringem Gewicht und eignen sich besonders für wärmere Bedingungen.

Typische Einsatzbereiche sind:

  • Sommersegeln,
  • Mittelmeer-Charter,
  • Ostsee im Sommer,
  • Tages- und Wochenendtörns,
  • Regatten und aktives Segeln,
  • Hafen und Bordalltag.

Der große Vorteil moderner Segelschuhe

Sie lassen sich häufig über viele Stunden angenehm tragen. Gute Modelle bieten sicheren Halt, ohne schwer oder klobig zu wirken.

Gerade bei warmen Temperaturen ist das ein erheblicher Vorteil gegenüber einem geschlossenen Segelstiefel.


Was sind klassische Bootsschuhe?

Der klassische Bootsschuh gehört seit Jahrzehnten zum maritimen Erscheinungsbild. Typisch sind eine flache Sohle und häufig ein Obermaterial aus Leder oder vergleichbaren Materialien.

Ursprünglich wurden solche Schuhe tatsächlich für den Einsatz auf Booten entwickelt. Heute werden viele Modelle allerdings eher als Freizeit- und Lifestyle-Schuhe getragen.

Das bedeutet nicht, dass klassische Bootsschuhe an Bord ungeeignet sind. Man sollte jedoch zwischen einem funktionellen Deckschuh und einem rein modisch gestalteten Modell unterscheiden.

Wann sind Bootsschuhe sinnvoll?

Sie eignen sich besonders für:

  • ruhige Sommertörns,
  • Hafen und Marina,
  • moderate Wetterbedingungen,
  • Segler, die einen klassischen Stil bevorzugen.

Bei sportlichem Segeln, sehr nassen Bedingungen oder kaltem Wetter sind moderne Segelschuhe beziehungsweise Segelstiefel häufig die funktionellere Wahl.


Wann brauchst du Segelstiefel?

Sobald Nässe und Kälte eine größere Rolle spielen, werden Segelstiefel interessant.

Ihr größter Vorteil besteht darin, dass sie nicht nur den Fuß, sondern auch einen Teil des Unterschenkels vor Wasser schützen.

Das ist besonders hilfreich, wenn regelmäßig Spritzwasser über Deck kommt oder Regenwasser über die Segelhose nach unten läuft.

Typische Einsatzbereiche für Segelstiefel

  • Ostsee im Frühjahr und Herbst,
  • Nordsee,
  • längere Schlechtwettertörns,
  • kalte Bedingungen,
  • starkes Spritzwasser,
  • längere Nachtfahrten bei niedrigen Temperaturen.

Wer einmal mehrere Stunden mit nassen Füßen bei zehn Grad Lufttemperatur gesegelt ist, versteht schnell, warum vernünftige Stiefel einen erheblichen Unterschied machen können.

Segelstiefel sind keine normalen Gummistiefel

Ein einfacher Gummistiefel hält zwar Wasser ab, erfüllt aber nicht automatisch alle Anforderungen auf einer Yacht.

Entscheidend bleiben Sohlenkonstruktion, Grip, Passform und Beweglichkeit. Außerdem sollte ein Stiefel auch bei Krängung sicher am Fuß sitzen.


Segelschuhe, Bootsschuhe und Segelstiefel im Vergleich

Eigenschaft Segelschuh Bootsschuh Segelstiefel
Warme Sommertage sehr gut sehr gut eher ungeeignet
Sportliches Segeln sehr gut bedingt je nach Bedingungen
Nässe modellabhängig begrenzt sehr gut
Kälte begrenzt begrenzt gut
Ostsee Sommer sehr gut gut als Reserve sinnvoll
Ostsee Frühjahr/Herbst bei trockenem Wetter bedingt sehr empfehlenswert
Mittelmeer sehr gut gut meist nicht erforderlich
Nordsee bei guten Bedingungen bedingt häufig sinnvoll

Die Tabelle zeigt bereits: Es gibt keinen Schuh, der unter allen Bedingungen optimal ist.

Wer häufig in unterschiedlichen Revieren segelt, besitzt deshalb oftmals mehr als ein Paar.


Warum die Sohle bei Segelschuhen entscheidend ist

Eine der wichtigsten Eigenschaften eines guten Segelschuhs befindet sich dort, wo man sie beim Kauf häufig kaum beachtet: unter dem Fuß.

Die Sohle muss auf einer glatten und teilweise nassen Oberfläche möglichst zuverlässig greifen.

Das Problem mit ungeeigneten Sohlen

Ein Schuh kann an Land hervorragenden Halt bieten und auf einem nassen Yachtdeck trotzdem überraschend rutschig sein.

Das liegt daran, dass die Anforderungen an das Profil unterschiedlich sind.

Gute Decksohlen sollen Wasser zwischen Schuh und Oberfläche möglichst effizient verdrängen und gleichzeitig ausreichend Kontaktfläche erzeugen.

Keine schwarzen Spuren auf dem Deck

Traditionell wird bei Bootsschuhen außerdem auf nicht abfärbende Sohlen geachtet. Dunkle Abriebspuren auf einem hellen GFK-Deck sind bei Eignern und Charterunternehmen verständlicherweise wenig beliebt.

Die Farbe allein sagt allerdings nicht zuverlässig aus, ob eine Sohle abfärbt. Entscheidend ist das verwendete Sohlenmaterial.


Grip auf nassem Deck: Warum er so wichtig ist

Bei ruhigem Wetter fällt schlechter Grip möglicherweise kaum auf. Kritisch wird er, sobald sich das Boot stärker bewegt.

Stell dir vor, du musst bei 20 Knoten Wind vom Cockpit zum Mast. Das Deck ist nass, die Yacht krängt und du hältst dich mit einer Hand fest.

Genau in diesem Moment möchtest du nicht darüber nachdenken müssen, ob deine Schuhe ausreichend Halt bieten.

Guter Grip ist deshalb auch ein Sicherheitsfaktor.

Das bedeutet selbstverständlich nicht, dass geeignete Schuhe einen sicheren Bewegungsablauf oder das Festhalten ersetzen. Auf einer Yacht gilt grundsätzlich: kontrolliert bewegen und möglichst immer einen sicheren Halt suchen.


Barfuß segeln – gute oder schlechte Idee?

Besonders im Mittelmeer sieht man viele Segler barfuß an Bord. Bei 30 Grad und Sonnenschein ist das nachvollziehbar und fühlt sich angenehm an.

Aus praktischer Sicht gibt es jedoch einige Nachteile.

Auf einem Yachtdeck befinden sich zahlreiche potenzielle Verletzungsquellen:

  • Klampen,
  • Blöcke,
  • Schienen,
  • Decksbeschläge,
  • Luken,
  • Leinen und Schäkel.

Ein kräftiger Stoß mit einem ungeschützten Zeh gegen einen Beschlag kann einen entspannten Segeltag sehr schnell beenden.

Hinzu kommt der fehlende Schutz bei hektischen Manövern.

Unsere Empfehlung: Für entspanntes Sitzen im Cockpit mag Barfußlaufen angenehm sein. Sobald aktiv gesegelt, angelegt oder auf dem Vorschiff gearbeitet wird, sind geeignete Schuhe die sicherere Lösung.


Kann ich normale Sneaker zum Segeln tragen?

Ja – unter bestimmten Bedingungen können normale Sportschuhe funktionieren.

Für einen ersten Segeltörn muss deshalb niemand zwingend sofort spezielle Segelschuhe kaufen.

Allerdings solltest du einige Punkte beachten.

Die Schuhe sollten:

  • guten Grip auf nassen Oberflächen besitzen,
  • sicher am Fuß sitzen,
  • keine problematischen Abriebspuren hinterlassen,
  • nicht zu schwer sein, wenn sie nass werden.

Wer regelmäßig segelt, wird die Vorteile speziell entwickelter Segelschuhe jedoch schnell schätzen lernen.

Der Unterschied zeigt sich vor allem bei Nässe, längerer Nutzung und aktiver Bewegung an Deck.


Welche Segelschuhe brauchst du für die Ostsee?

Für die Ostsee würden wir die Entscheidung stark von der Jahreszeit abhängig machen.

Juni bis August

Ein leichter Segelschuh ist für den Großteil der Tage ideal. Er bietet Grip und Schutz, ohne unnötig warm zu sein.

Bei einem längeren Törn würden wir trotzdem Segelstiefel als Reserve mitnehmen, sofern ausreichend Platz vorhanden ist.

Frühjahr und Herbst

Jetzt verändert sich die Priorität. Kalte und nasse Füße werden schnell unangenehm.

Wasserdichte Segelstiefel werden deshalb wesentlich wichtiger.

Zusammen mit guten Funktionssocken bilden sie einen wichtigen Bestandteil des Wetterschutzsystems.

Unsere vollständige Ausrüstungsempfehlung findest du im großen Ratgeber zur Segelbekleidung auf der Ostsee.


Welche Schuhe zum Segeln im Mittelmeer und in Kroatien?

Im warmen Mittelmeer stehen andere Eigenschaften im Vordergrund.

Leichte Segelschuhe sind hier besonders praktisch. Gute Belüftung, geringes Gewicht und schnelles Trocknen sind häufig wichtiger als Isolation.

Für einen typischen einwöchigen Chartertörn in Kroatien, Griechenland oder auf Mallorca würden wir deshalb einen leichten funktionellen Deck- beziehungsweise Segelschuh bevorzugen.

Ein klassischer Bootsschuh kann ebenfalls funktionieren, sofern er guten Halt bietet und für den tatsächlichen Einsatz an Bord konstruiert ist.

Und Flip-Flops?

Für Strand, Dusche und Marina: selbstverständlich.

Für ein Hafenmanöver oder aktive Arbeit auf dem Vorschiff würden wir sie dagegen nicht empfehlen. Sie sitzen zu locker am Fuß und bieten nur begrenzten Schutz.


Welche Schuhe beim Segeln bei Regen und schlechtem Wetter?

Sobald dauerhaft Wasser über Deck kommt, verändert sich die Situation deutlich.

Ein leichter Segelschuh kann zwar guten Grip bieten, irgendwann sind die Füße jedoch nass.

Bei warmen Temperaturen kann das akzeptabel sein. Bei 10 oder 12 Grad wird es schnell unangenehm.

Für kalte und nasse Bedingungen sind wasserdichte Segelstiefel deshalb die deutlich bessere Wahl.

Wichtig ist dabei das Zusammenspiel mit der Segelhose. Die Hose sollte so über beziehungsweise mit dem Stiefel getragen werden, dass Wasser nicht einfach von oben hineinläuft.


Segelschuhe nach Jahreszeit auswählen

Jahreszeit / Bedingungen Unsere Empfehlung
Hochsommer Mittelmeer leichter, atmungsaktiver Segelschuh
Sommer Ostsee Segelschuh + optional Segelstiefel als Reserve
Frühjahr Ostsee Segelstiefel + funktionelle Socken
Herbst Ostsee wasserdichter Segelstiefel
Nordsee je nach Wetter Segelschuh oder Segelstiefel, häufig Stiefel sinnvoll
Starkwind und viel Spritzwasser Segelstiefel

Wie müssen Segelschuhe richtig sitzen?

Ein Segelschuh sollte sicher am Fuß sitzen, ohne unangenehm zu drücken.

Zu große Schuhe können bei schnellen Bewegungen rutschen. Zu kleine Modelle führen dagegen bei längeren Törns zu Druckstellen.

Bei Segelstiefeln an die Socken denken

Wenn du einen Stiefel hauptsächlich im Frühjahr und Herbst trägst, solltest du ihn mit den Socken anprobieren, die du später tatsächlich verwenden möchtest.

Ein Stiefel, der mit dünnen Alltagssocken perfekt passt, kann mit warmen Funktionssocken plötzlich zu eng sein.

Gleichzeitig sollte er nicht so groß gewählt werden, dass der Fuß beim Gehen darin schwimmt.


Welche Socken zum Segeln?

Socken werden bei der Planung der Segelausrüstung gerne vergessen. Bei kühlen Bedingungen können sie jedoch einen erheblichen Unterschied machen.

Funktionelle Materialien oder Merino-Mischungen sind besonders interessant, weil sie Feuchtigkeit besser regulieren können als klassische Baumwollsocken.

Bei kalten Bedingungen ist außerdem wichtig, nicht einfach beliebig viele Socken übereinander anzuziehen.

Wird der Stiefel dadurch zu eng, kann die Durchblutung beeinträchtigt werden und die Füße fühlen sich trotz zusätzlicher Schichten kälter an.


Segelschuhe und Segelstiefel richtig pflegen

Salzwasser, Sand und Schmutz beanspruchen Schuhwerk stärker als der normale Alltag.

Nach einem Törn solltest du Segelschuhe deshalb mit klarem Süßwasser abspülen und vollständig trocknen lassen.

Wichtig ist eine gute Belüftung. Feuchte Schuhe sollten nicht über längere Zeit geschlossen in einer Tasche liegen.

Segelstiefel trocknen

Auch Stiefel sollten nach dem Einsatz gründlich trocknen. Extreme direkte Hitze ist dabei nicht unbedingt die beste Lösung, da sie je nach Material Verklebungen und Komponenten belasten kann.

Beachte grundsätzlich die Pflegehinweise des jeweiligen Herstellers.

Die Sohle regelmäßig kontrollieren

Ein äußerlich noch gut aussehender Schuh kann durch eine stark abgenutzte Sohle deutlich an Grip verlieren.

Bei Segelschuhen sollte deshalb nicht nur das Obermaterial, sondern regelmäßig auch das Sohlenprofil kontrolliert werden.


Die häufigsten Fehler beim Kauf von Segelschuhen

Fehler 1: Nur nach dem Aussehen kaufen

Maritimes Design macht aus einem Freizeitschuh noch keinen guten Segelschuh. Grip und Passform sind wichtiger.

Fehler 2: Die falschen Schuhe für das Revier

Ein leichter Mittelmeer-Schuh ist nicht automatisch die ideale Lösung für einen Ostseetörn im Oktober.

Fehler 3: Segelstiefel zu klein kaufen

Denke daran, dass du bei kaltem Wetter möglicherweise dickere Funktionssocken trägst.

Fehler 4: Nur ein Paar für jede Situation erwarten

Wer regelmäßig in unterschiedlichen Jahreszeiten segelt, ist mit einem leichten Segelschuh und einem wasserdichten Stiefel häufig besser ausgestattet.

Fehler 5: Normale Gummistiefel mit Segelstiefeln gleichsetzen

Wasserdichtigkeit allein reicht nicht. Grip und sicherer Halt auf dem Deck sind entscheidend.

Fehler 6: Abgenutzte Sohlen ignorieren

Grip verschlechtert sich mit dem Verschleiß. Kontrolliere deine Schuhe deshalb regelmäßig.


Welche Schuhe passen zu deinem Segelprofil?

Du charterst hauptsächlich im Mittelmeer

Ein leichter, gut belüfteter Segelschuh ist für dich wahrscheinlich die sinnvollste Hauptlösung.

Du segelst im Sommer auf der Ostsee

Ein moderner Segelschuh deckt viele Bedingungen ab. Für längere Törns sind zusätzliche Segelstiefel als Schlechtwetterreserve sinnvoll.

Du segelst von Frühjahr bis Herbst auf der Ostsee

Wir würden sowohl Segelschuhe als auch wasserdichte Segelstiefel einplanen.

Du bist regelmäßig auf der Nordsee unterwegs

Ein hochwertiger Segelstiefel bekommt eine deutlich größere Bedeutung. Für warme und trockene Tage ergänzt ein leichter Segelschuh die Ausrüstung.

Du bist Segelanfänger

Für deinen ersten Törn musst du nicht sofort eine komplette Spezialausrüstung kaufen. Achte zunächst auf einen gut sitzenden Schuh mit zuverlässigem Grip und geschlossener Zehenpartie. Wenn du anschließend regelmäßig segelst, lohnt sich die Investition in speziell entwickeltes Schuhwerk.


FAQ: Häufige Fragen zu Segelschuhen, Bootsschuhen und Segelstiefeln

Welche Schuhe trägt man zum Segeln?

Für die meisten Segler sind rutschfeste, gut sitzende Segelschuhe ideal. Bei kalten und nassen Bedingungen sind wasserdichte Segelstiefel sinnvoller.

Braucht man spezielle Segelschuhe?

Für den ersten gelegentlichen Törn nicht zwingend. Wer regelmäßig segelt, profitiert jedoch von Sohlen, Passform und Materialien, die speziell für den Einsatz auf dem Boot entwickelt wurden.

Kann man mit normalen Turnschuhen segeln?

Ja, sofern sie guten Grip besitzen, sicher sitzen und keine problematischen Spuren auf dem Deck hinterlassen. Spezielle Segelschuhe sind bei regelmäßiger Nutzung jedoch funktioneller.

Kann man barfuß segeln?

Grundsätzlich ja, besonders in warmen Revieren. Bei Manövern und aktiver Arbeit an Deck bieten geschlossene Schuhe allerdings deutlich besseren Schutz vor Beschlägen und anderen Verletzungsquellen.

Warum haben Segelschuhe spezielle Sohlen?

Sie sollen möglichst guten Halt auf nassen Decks bieten und gleichzeitig keine störenden Abriebspuren hinterlassen.

Welche Schuhe brauche ich für Kroatien?

Für einen typischen Sommertörn in Kroatien eignet sich ein leichter, atmungsaktiver und schnell trocknender Segelschuh besonders gut.

Welche Schuhe brauche ich auf der Ostsee?

Im Sommer sind leichte Segelschuhe ideal. Im Frühjahr und Herbst sowie bei längerem Schlechtwetter sind wasserdichte Segelstiefel deutlich angenehmer.

Sind Bootsschuhe und Segelschuhe dasselbe?

Nicht unbedingt. Klassische Bootsschuhe haben maritime Wurzeln, werden heute aber teilweise als Lifestyle-Produkte angeboten. Moderne Segelschuhe sind stärker auf sportliche Funktion, Grip und Wasserhandling ausgerichtet.

Sollte man Segelstiefel größer kaufen?

Sie sollten ausreichend Platz für die vorgesehenen Funktionssocken bieten, aber nicht so groß sein, dass der Fuß im Stiefel keinen sicheren Halt mehr hat.

Was ist besser: Segelschuh oder Segelstiefel?

Keines von beiden ist grundsätzlich besser. Segelschuhe sind bei warmen und moderaten Bedingungen angenehmer, während Segelstiefel bei Kälte, Regen und viel Spritzwasser ihre Stärken ausspielen.


Fazit: Der richtige Segelschuh hängt vom Törn ab

Beim Schuhwerk gilt dasselbe wie bei guter Segelbekleidung insgesamt: Es gibt nicht die eine perfekte Lösung für jeden Segler und jedes Revier.

Ein leichter moderner Segelschuh ist für Sommer, Mittelmeer und viele Ostseetörns eine hervorragende Grundlage. Klassische Bootsschuhe können bei moderaten Bedingungen eine komfortable Alternative sein. Sobald Kälte, Regen und viel Spritzwasser ins Spiel kommen, werden wasserdichte Segelstiefel deutlich interessanter.

Wer regelmäßig in unterschiedlichen Revieren und Jahreszeiten unterwegs ist, fährt deshalb häufig mit zwei Lösungen am besten: einem leichten Segelschuh für warme und trockene Bedingungen sowie einem vernünftigen Segelstiefel für kalte und nasse Tage.

Aus unserer Segel- und Charterpraxis ist dabei vor allem eines entscheidend: Schuhe müssen an Bord funktionieren. Ein Modell kann hervorragend aussehen – wenn du auf einem nassen Deck keinen sicheren Halt hast, ist es der falsche Schuh.

Betrachte dein Schuhwerk außerdem nicht isoliert. Segeljacke, Segelhose, Baselayer, Midlayer und Schuhe bilden gemeinsam ein Bekleidungssystem. Welche Kombination für einen typischen Ostseetörn sinnvoll ist, zeigen wir dir in unserer kompletten Packliste für die Ostsee.

Wenn du deine gesamte Ausrüstung gerade neu zusammenstellst, starte am besten mit unserem großen Ratgeber: Welche Segelbekleidung brauche ich wirklich?

Zurück zum Blog